SpendenTickets

So sehr schadet die Modeindustrie Tieren und der Umwelt

Neuer VIER PFOTEN Bericht |  VIER PFOTEN empfiehlt Reduzierung tierischer Materialien sowie Einsatz alternativer Materialien 

17.7.2023

Hamburg, 17. Juli 2023 Der zweiteilige neue Bericht „Untragbar“ von VIER PFOTEN beleuchtet die Schattenseite der Modeindustrie in Bezug auf Umwelt und Tierleid: Die Produktion und Verarbeitung tierischer Materialien wie Wolle, Pelz und Daunen setzt hochgiftige Chemikalien frei, beansprucht einen erheblichen Teil der Landnutzung und hat schwerwiegende Auswirkungen auf den Tierschutz. Der Bericht zeigt, dass der Modekonsum drastisch reduziert werden muss. Die globale Tierschutzstiftung informiert Verbraucher:innen darüber, worauf sie beim Kauf achten müssen und will mit dem „Untragbar“-Bericht mehr Unternehmen und Verbraucher:innen dazu anregen, sich bewusst für tierfreundliche Materialien zu entscheiden, ohne auf modische Kleidung verzichten zu müssen.

„Hamburg, 17. Juli 2023 – Der zweiteilige neue Bericht „Untragbar“ von VIER PFOTEN beleuchtet die Schattenseite der Modeindustrie in Bezug auf Umwelt und Tierleid: Die Produktion und Verarbeitung tierischer Materialien wie Wolle, Pelz und Daunen setzt hochgiftige Chemikalien frei, beansprucht einen erheblichen Teil der Landnutzung und hat schwerwiegende Auswirkungen auf den Tierschutz. Der Bericht zeigt, dass der Modekonsum drastisch reduziert werden muss. Die globale Tierschutzstiftung informiert Verbraucher:innen darüber, worauf sie beim Kauf achten müssen und will mit dem „Untragbar“-Bericht mehr Unternehmen und Verbraucher:innen dazu anregen, sich bewusst für tierfreundliche Materialien zu entscheiden, ohne auf modische Kleidung verzichten zu müssen.."

Anne Wessendorf, zuständige Campaignerin für Tierschutz in der Modebranche bei VIER PFOTEN.

Die Probleme bei der Modeproduktion

Der „Bericht „Untragbar“ zeigt auf, dass die Modeindustrie Verursacherin zahlreicher Probleme ist: Schlechte Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern, hohe Treibhausgasemissionen während der Produktion und schwerwiegende Verstöße gegen den Tierschutz, wie zum Beispiel Mulesing, Lebendrupf oder Pelztierzucht. Trotz dieser erschreckenden Fakten sind sich viele Unternehmen der zahlreichen negativen Auswirkungen von Textilien tierischen Ursprungs nicht bewusst. Andere halten weiterhin an dem Mythos fest, die Materialien seien lediglich ein Nebenprodukt der Fleisch- und Milchindustrie und dass diese weniger umweltschädlich seien.

Die Lösung: Bereits über hundert Unternehmen nutzen 

„Next-Gen“-Materialien

Es gibt inzwischen über hundert Unternehmen, die innovative Materialien der nächsten Generation, sogenannte „Next-Gen“-Materialien, entwickeln, verbessern und weiterentwickeln. Die Materialien der nächsten Generation haben in der Regel geringere Auswirkungen auf die Umwelt und bergen keine Risiken für den Tierschutz. Inzwischen nutzen zahlreiche Unternehmen diese Materialien. Dazu gehören auch globale Schwergewichte wie Stella McCartney, Pangaia, adidas, Puma, Nike, Marc O’Polo, Hugo Boss, H&M und viele mehr (ab Seite 20).

Die wichtigsten Alternativen zu tierischen Materialien:

Pelzalternativen: Biobasierter Pelz, verwendet pflanzliche und mikrobielle Fermentation, Hanf oder Mittels Fermentation gewonnene Proteinstapelfasern. Wollalternativen: Holzzellulose, Regenerierte Zellulose, Biobasierte regenerative Fasern aus Abfällen aus Kokos und Hanf, Mikrobielle Cellulose aus Calotropis-Arten und regenerierter Bio-Baumwolle. Daunenalternativen: Kapokfasern, Mittels Fermentation gewonnene Proteinstapelfasern, regenerierte Fasern aus recycelten Stoffen. Die komplette Liste an Alternativen zu tierischen Materialien finden Sie in der Zusammenfassung des „Untragbar“-Berichts auf den Seiten 8/9.

VIER PFOTEN appelliert an die Unternehmen

Unternehmen sollten sich öffentlich dazu zu verpflichten, die Verwendung von tierischen Materialien zu reduzieren und stattdessen auf „Next-Gen“-Materialien bzw. auf recycelte, tierfreie Materialien umzusteigen und in diese zu investieren. Unternehmen, die weiterhin Materialien tierischen Ursprungs verwenden sollten nur 100 Prozent zertifizierte recycelte tierische Materialien oder tierische Materialien, die nach den bestmöglichen Tierschutzrichtlinien zertifiziert sind, verwenden. Die globale Tierschutzstiftung fordert von Unternehmen, sinnvolle Tierschutzrichtlinien (mit-)entwickeln, diese zu kommunizieren und auch über Zertifizierungen hinauszugehen und mit ihren Lieferanten zusammenarbeiten, um hohe Tierschutzstandards zu erreichen. Darüber hinaus sollten Unternehmen keine Materialien von Wildtieren verwenden, unabhängig davon, ob es sich um Tiere aus freier Wildbahn oder aus Zuchtbetrieben handelt.

VIER PFOTEN empfiehlt Verbraucher:innen

Verbraucher:innen sollten ihren Konsum von Mode reduzieren und die 80:20-Regel beherzigen: Das bedeutet, die Garderobe zu 80 Prozent aus Vintage-Kleidung und zu 20 Prozent aus neuer Kleidung zusammenzustellen. Sie können außerdem tierfreie biobasierte oder recycelte Materialien einkaufen, wie etwa Schuhe aus Pilzen. Inzwischen werden auch Produkte, die aus Abfällen hergestellt werden, vermehrt angeboten. Dazu zählen etwa Artikel aus ausrangierten Fischernetzen und Pflanzenabfällen. Weitere Tipps für Verbraucher:innen gibt es hier.

Hintergrund

Die Produktion von tierischen Materialien geht Hand in Hand mit der weltweiten Fleischproduktion, die für 16,5 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Bei der Verdauung der Tiere werden große Mengen an Methan ausgestoßen. Die Pelztierzucht ist von Natur aus grausam, da Wildtiere in kleine Käfige gepfercht werden. Keine Initiative zur Zertifizierung des Tierschutzes für Pelztiere kann den Tieren in Pelzfarmen ein lebenswertes Leben bieten. Schafe in den Wolllieferketten werden regelmäßig Verstümmelungen wie Mulesing und Kastration ohne notwendige Schmerzlinderung sowie stressigen Schurpraktiken und langen Transporten ausgesetzt. Gänse und Enten sind in den Daunenlieferketten weiterhin dem Risiko des Lebendrupfs und der Zwangsfütterung ausgesetzt.

Der „Untragbar“-Bericht:

Zusammenfassung des Berichts finden Sie hier

Hier finden Sie Teil 1: Warum die Reduzierung tierischer Materialien für eine nachhaltige Modeindustrie entscheidend ist.

Hier finden Sie Teil 2: Ein Überblick über die negativen Auswirkungen von Pelz, Wolle, Daunen und Leder in der Mode.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not. www.vier-pfoten.de

Suche