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Tiger Nachaufnahme bei TIERART

Über Tiger – auch "Panthera tigris" genannt

7.2.2020

Der Tiger ist die größte Raubkatze der Erde

Aufgrund seiner typischen Streifenzeichnung ist er unverwechselbar. 

Der Sibirische Tiger stellt die größte Unterart dar. Männliche Tiere können in Einzelfällen sogar bis zu über 300 kg schwer werden und eine Körperlänge von bis zu 2,9 Metern erreichen. Exemplare des Sumatratigers als kleinste Unterart bringen hingegen nur 75 bis 140 kg auf die Waage und werden bis zu 1,4 Meter lang. Das Verbreitungsgebiet sämtlicher Unterarten liegt in Asien.

Wie ein Fingerabdruck beim Menschen ist die Streifenzeichnung des Tigers bei jedem Tier einzigartig. Sie ahmt das Spiel von Licht und Schatten der umgebenden Vegetation nach und dient zur Tarnung bei der Jagd. In der Dämmerung schleicht der Tiger sich so nah wie möglich an seine Beute heran, die er dann blitzschnell mit wenigen kräftigen Sprüngen aus dem Hinterhalt angreift, niederreißt und mit einem Kehl- oder Nackenbiss tötet. Je nach Verbreitungsgebiet ernährt sich der Tiger von Hirschen, Wildschweinen und Wildrindern. Letztere wiegen nicht selten bis zu 1.000 kg. Auch Affen, Vögel, Reptilien und Fische werden erbeutet. Nach erfolgreicher Jagd frisst ein Tiger in einer Nacht bis zu 20 % des eigenen Körpergewichts an Fleisch – das Mehrfache seines durchschnittlichen täglichen Nahrungsbedarfs. 

Das Gebiss des Tigers ist speziell an das Töten von Beutetieren und das Fressen von Fleisch angepasst. Die 7-9 cm langen Eck- oder Fangzähne sind tief im Kieferknochen verankert und halten auch enorme Kräfte beim Zubeißen aus. Die Reißzähne bilden seitlich eine Art „Schere“ zum Abschneiden von Fleisch. Mit mahlenden Bewegungen des kräftigen Kiefers können auch Knochen zu einem feinen Brei zerrieben und gefressen werden. Mit der rauen Zunge raspelt der Tiger letztlich auch kleinste Fleischreste von Knochen ab und verwertet die Beute somit optimal.

Wissenschaftlich

OrdnungRaubtiere (Carnivora)
ÜberfamilieKatzenartige (Feloidea)
FamilieKatzen (Felidae)
UnterfamilieGroßkatzen (Pantherinae)
GattungEigentliche Großkatzen (Panthera)
ArtTiger
WissenschaftlicherNamePanthera tigris (Linnaeus, 1758)

Der Tiger gehört zur Ordnung der Raubtiere und zur Familie der Katzen. Diese werden weiterhin unterteilt in Groß- und Kleinkatzen. Wie der Name schon andeutet, zählen zu den Großkatzen eher die größeren Vertreter wie Tiger, Löwe, Leopard, Schneeleopard und Jaguar. Jedoch ist die genetische Verwandtschaft das entscheidende Kriterium für die Zuordnung in eine der Gruppen. Sie wird durch DNA-Analysen ermittelt. Der recht große Puma gehört beispielsweise nicht zu den Großkatzen. 

Auch der Bau des Zungenbeins dient als Unterscheidungsmerkmal. Diese knöcherne „Befestigung“ des Zungenmuskels in der Katzenkehle ist bei den beiden Gruppen charakteristisch unterschiedlich aufgebaut und ermöglicht unterschiedliche Lautäußerungen. Kleinkatzen sind im Gegensatz zu Großkatzen in der Lage, beim Ein- und Ausatmen kontinuierlich zu schnurren. Großkatzen hingegen können laut brüllen, was bei Kleinkatzen nicht der Fall ist.

Die Tiger haben sich im Laufe der Evolution in neun Unterarten aufgeteilt, von denen jedoch drei bereits ausgestorben sind (Kaspischer TigerBali-Tiger, Java-Tiger). Man geht davon aus, dass auch der Südchinesische Tiger in freier Wildbahn mittlerweile ausgestorben ist und es ihn wohl nur noch in Zoos gibt. Der Malaysische Tiger ist dem Indochinesischen Tiger so ähnlich, dass er erst im Jahr 2004 von Wissenschaftlern aufgrund von Genanalysen als eigene Unterart anerkannt wurde.

Die wohl bekanntesten Unterarten des Tigers sind der Sibirische Tiger, auch Amurtiger genannt, (Panthera tigris altaica), der Bengaltiger oder Königstiger (P. t. tigris) und der Sumatratiger (P. t. sumatrae).

Schon gewusst…?


Wie sieht die Lebensweise von Tigern aus?

Tiger leben außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger. Lediglich Weibchen und deren Jungtiere bleiben über einen gewissen Zeitraum zusammen. Tiger sind sehr territorial. Die Reviergrenzen werden regelmäßig mittels Analdrüsensekret, Exkrementen und Kratzspuren markiert und gegenüber Artgenossen verteidigt. Während die Streifgebiete der Weibchen recht klein sind und sie diese häufig ihr Leben lang behalten, beanspruchen männliche Tiger sehr große Reviere, die sich mit mehreren Weibchenrevieren überschneiden.

Die Größe eines Territoriums ist dabei stets vom Nahrungsangebot abhängig. Es gibt Gebiete in Nepal, in denen Untersuchungen zufolge 8 Tiere auf 100 km² leben. Weibchenreviere sind dabei im Schnitt etwa 23 km², Männchenreviere ca. 68 km² groß. In Teilen Russlands mit deutlich geringerer Beutetierdichte hingegen lebt auf 100 km² Fläche nur ein einziger Tiger. Die Reviere der Tigerweibchen umfassen hier 200-400 km²!

Die Geschlechtsreife erreichen weibliche Tiger etwa im Alter von 3 bis 4, Männchen mit 4 bis 8 Jahren. Ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen, deren kleinere Reviere innerhalb seines großen Territoriums liegen, die Weibchen paaren sich in der Regel nur mit diesem einen Männchen. Paarungsbereite Weibchen locken das Männchen mit Duftmarken an. Haben sich die Partner schließlich gefunden, bleiben sie für einen Zeitraum von wenigen Tagen zusammen und paaren sich bis zu 50 Mal täglich. Die Häufigkeit ist aufgrund der katzentypischen so genannten induzierten Ovulation erforderlich, um die Empfängnischancen zu erhöhen. Darunter versteht man die Tatsache, dass der Eisprung erst durch den Paarungsakt ausgelöst wird.

Nach einer Tragzeit von ca. 103 Tagen kommen meist 2-3 Jungtiere zur Welt. Sie werden blind geboren und wiegen ca. 800-1.600 g. Die Mutter säugt die Kleinen 6-8 Monate lang und bringt ihnen später alle überlebenswichtigen Dinge, wie z.B. das Jagen, bei. Erst wenn mit 12-18 Monaten die bleibenden Eckzähne durchbrechen, kann ein Tiger sich selbstständig versorgen. Mit etwa 2 Jahren gehen die Jungtiere schließlich eigene Wege. Weibliche Nachkommen lassen sich oft in der Nähe der Mutter nieder, männliche ziehen weiter weg.

In der Natur erreicht ein Tiger nur selten ein Alter von bis zu 15 Jahren, in menschlicher Obhut kann er bis zu 26 Jahre alt werden.

Wo leben Tiger und wie viele gibt es noch?

Die Urform des Tigers lebte vor etwa einer Million Jahren im Gebiet des heutigen Süden Chinas und breitete sich von dort über ganz Asien aus. Der ursprüngliche Lebensraum des Tigers wurde in den letzten 100 Jahren zu über 90 % zerstört, überwiegend im Zeitraum zwischen den Jahren 2000 und 2010! Heute leben die letzten Tigerpopulationen nur noch in kleinen Restgebieten ihres ursprünglichen Verbreitungsraumes von Indien bis China und Südostasien, sowie im Norden über den Amur hinaus bis ins östliche Sibirien. Im Südosten ist der Tiger bis nach Indonesien verbreitet und lebt auf der Insel Sumatra. 

Der Tiger besiedelt unterschiedlichste Lebensräume. Zum einen fühlt er sich in den feucht-warmen Tropenwäldern Südostasiens, zum anderen aber genauso im dichten Grasland am Fuße des Himalajas oder den Nadel- und Birkenwäldern der Russischen Taiga wohl, wo die Temperaturen auf bis zu unter – 30°C fallen können. Entscheidende Kriterien für den Lebensraum des Tigers sind dichte Vegetation, ausreichend Beutetiere, sowie die Nähe zum Wasser.

Vor gut 100 Jahren gab es in freier Wildbahn schätzungsweise noch etwa 100.000 Tiger. Bis zum Jahr 2009 war der Bestand auf gerade einmal 3.200 Tiere weltweit dezimiert worden. Drei von neun Unterarten sind sogar mittlerweile unwiederbringlich von unserer Erde verschwunden. In den 1940ern zunächst der Bali-Tiger,  in den 1970ern zudem der Kaspische und der Javatiger. Auch auf das Vorkommen des Südchinesischen Tigers im Freiland gibt es aktuell keine Hinweise und er existiert wahrscheinlich nur noch in Zoos. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Tiger insgesamt als stark bedroht ein, den Sumatratiger gar als vom Aussterben bedroht. Seit 1975 ist die Art im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES im Anhang I eingestuft. Tiger sind in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet geschützt und die Jagd auf diese Tiere ist überall verboten, genau wie jeglicher internationaler Handel mit Tigerprodukten. Dennoch sind Wilderei und der Handel mit Tigerbestandteilen auf dem Schwarzmarkt nach wie vor an der Tagesordnung. Weitere intensive Bemühungen zu umfangreichen Schutzmaßnahmen sind unumgänglich, um eine fortschreitende Verkleinerung der Tigerbestände zu erreichen. Glücklicherweise haben die bislang ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der Art bereits kleine Erfolge gezeigt und nach aktuellen Ergebnissen von Zählungen ist der weltweite Tigerbestand bis zum Jahr 2015 wieder leicht angestiegen auf knapp 3.900 Individuen.

Trotzdem bleiben die Bestandszahlen weiterhin alarmierend. Laut WWF existierten im Jahr 2016 nur noch 2.633 Bengaltiger, 433 Sibirische Tiger, 371 Sumatratiger, 250 Malaysische Tiger und 196 Indochinesische Tiger in freier Wildbahn.

Während die Bestände in der Natur immer kleiner werden, gibt es eine überraschend große Zahl von Tigern verschiedener Unterarten in menschlicher Obhut. Schätzungen zufolge leben etwa 11.000 Tiger weltweit in Gehegen. Erstaunlicherweise entfallen nur etwa 1.000 Tiger auf zoologische Einrichtungen, vorwiegend in Europa, den USA und Japan. Eine erschreckende Anzahl von ca. 5.000 Tigern lebt in Privathaltungen allein in den USA. Weitere 5.000 Individuen in anderen Privatgehegen, vor allem in China. Dort existieren spezielle Tigerparks, in denen eine Haltung von bis zu 800 Tigern keine Seltenheit ist.

Welcher Bedrohung ist der Tiger ausgesetzt?

Als größte Raubkatze der Erde hat ein gesunder, ausgewachsener Tiger keine natürlichen Feinde – bis auf den Menschen, dem er nichts entgegenzusetzen hat.

Das zunehmende Verschwinden seiner natürlichen Lebensräume, aber auch seine Bejagung durch Wilderer bedrohen den weltweiten Tigerbestand. Sein einstiges Verbreitungsgebiet ist bis dato um mehr als 90 % geschrumpft. Von geschätzten 100.000 Tigern, die noch vor 100 Jahren frei lebten, sind lediglich knapp 3.900 Individuen übriggeblieben.

Das rasche Bevölkerungswachstum auf dem asiatischen Kontinent macht eine immer stärkere Erschließung der verbliebenen Waldgebiete und den Bau von Straßen und Siedlungen erforderlich. Auch entstehen immer mehr landwirtschaftliche Flächen und Plantagen zum Anbau von Nahrung. Zwangsläufig entstehen Konflikte zwischen der Bevölkerung und dem Tiger, wenn in dessen Streifgebiet eine Siedlung oder Plantage entsteht. Wird er als Gefahr für Mensch und Nutztiere eingestuft, bedeutet dies meist seinen Tod.

Die Rückzugsgebiete für den Tiger werden nicht nur stetig kleiner, sie werden zudem stark zersplittert, was auf lange Sicht den Austausch zwischen den voneinander isolierten Populationen erschwert. Die Verarmung den Gen-Pools macht die Tiere anfälliger für bestimmte Krankheiten und begünstigt Inzuchteffekte.

Ein weiterer Faktor bedroht – trotz zunehmend strengerer Gesetze – das Überleben des Tigers: Der Aberglaube des Menschen. Seit über 1.000 Jahren werden Tigerprodukte in der traditionellen asiatischen Medizin vor allem in China eingesetzt.

Während beispielsweise die Knochen u.a. gegen Rheuma helfen sollen, werden Augäpfel gegen Epilepsie und Malaria, Krallen gegen Schlafstörungen oder Zähne gegen Fieber, Tollwut und Asthma eingesetzt. Tigergehirn soll gegen Faulheit und Pickel wirken, Tigerpenis wird zu aphrodisierenden Liebestränken verarbeitet und Tigerfett soll sogar Lepra heilen… Der Glaube an die Heilkraft diverser Körperteile der gestreiften Großkatze besteht bis heute.

So ist es nicht verwunderlich, dass trotz der mittlerweile weltweiten Jagd-, Handels- und Nutzungsverbote weiterhin Tiger gewildert und illegal gehandelt werden. Auch China verhängte im Jahr 1993 ein nationales Handelsverbot für Tiger und deren Bestandteile. Die Jagd wurde verboten und auf Wilderei steht die Todesstrafe. Bis heute gibt es keine legalen Medikamente mit Tigerbestandteilen auf dem Markt – der Schwarzmarkt boomt jedoch nach wie vor.

Preise von etwa 7.000 US-Dollar für 1 kg Tigerknochen machen die Jagd auf Tiger für Wilderer leider weiterhin zu einem lukrativen Geschäft.

Tiger im Wasser bei TIERART

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