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Igel in TIERART

Kleintiere bei TIERART

26.3.2020

Siebenschläfer, Eichhörnchen, Igel & Co.

Neben Füchsen, Wildkatzen, Waschbären und Mardern werden bei TIERART jedes Jahr auch eine große Anzahl an kleineren einheimischen Tieren aufgepäppelt. Winterschläfer wie Igel oder Bilche bleiben teilweise über Winter bei uns, wenn ihr Gesundheitszustand oder das Gewicht eine Auswilderung noch nicht zulassen.

Siebenschläfer

Siebenschläfer gehören zur Familie der Bilche, die auch als Schlafmäuse bezeichnet werden. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sie in unseren Breiten ab etwa Mitte September bis Mai rund sieben Monate Winterschlaf halten. Als Winterschlafquartiere nutzen Siebenschläfer gerne bereits vorhandene Verstecke in Baumhöhlen, Vogelnistkästen oder Nischen in Wohngebäuden. Sie graben aber auch Gänge in die Erde - bis zu 100 cm tief -, polstern die Höhle mit Laub und Moos und bestücken sie mit Vorräten, die im Frühjahr nach dem Aufwachen verzehrt werden. Im Herbst fressen sich die Tiere Fettreserven an und verlieren während der mehrmonatigen Schlafphase 35-50 Prozent ihres Körpergewichts. 

Typisch für den Siebenschläfer ist das graue Fell mit weißem Bauch und langem buschigen Schwanz. Dieser dient beim geschickten Klettern und Springen der Balance und kann bei Gefahr sogar abgeworfen werden. Ein klebriges Sekret, das über die Fußsohlen abgesondert wird, verschafft dem Siebenschläfer perfekten Halt beim Klettern und ermöglicht es ihm sogar, ohne weiteres senkrecht an einer Wand hochzukrabbeln.

Die Hauptnahrung der bis zu 30 cm (inkl. Schwanzlänge) großen Nager besteht aus Knospen, Blättern, Trieben, Früchten und Baumfrüchten, wie z.B. Bucheckern. Zu seinen Fressfeinden zählen insbesondere Greifvögel/Eulen und Marder, aber auch Hauskatzen.

Gerade bei Siebenschläfern sind wir immer wieder erstaunt, unter welchen Umständen bzw. an welchen Orten die Kleinen gefunden werden…

Beispielsweise meldete sich ein Mann aus Pirmasens bei uns, der einen Betonmischer in München gekauft hatte. Wieder zu Hause angekommen stellte er beim Abladen der Maschine fest, dass sich darin ein Nest mit 7 winzigen Siebenschläfern befand. Die Kleinen wurden schließlich bei TIERART aufgezogen.

Eine weitere erstaunliche Geschichte erregte sogar das Interesse der örtlichen Presse…

Eine Frau wunderte sich über seltsame Geräusche in der Küche ihrer Ferienwohnung. Genauer gesagt: aus der Dunstabzugshaube kam ein lautes Fiepen. Sofort versuchte sie, die Haube auseinander zu schrauben, kam aber nicht so recht weiter. Ein hilfsbereiter Nachbar konnte die Abzugshaube jedoch schnell zerlegen und zwei kleine, vollkommen mit Fett verklebte, Siebenschläfer aus dem Motor des Gebläses befreien. Welch ein Glück für die Winzlinge!

Eichhörnchen

Es gibt wohl kaum jemanden, der die tagaktiven rotbraunen Kobolde mit dem buschigen Schwanz und den fingerartigen Vorderpfötchen nicht mag und nicht gerne beobachtet, wie sie sich flink in den Bäumen bewegen oder emsig Vorräte sammeln.

Der typische buschige Schwanz ist mit etwa 20 cm fast genauso lang wie der restliche Körper des Eichhörnchens. Er dient nicht nur dazu, sich beim Leben auf den Bäumen perfekt ausbalancieren zu können, er spielt auch eine wichtige Rolle bei der Kommunikation mit Artgenossen und bei der Thermoregulation, wenn das Hörnchen sich zum Schutz vor Kälte damit zudeckt. 

Die Hauptnahrung des Eichhörnchens besteht aus energiereichen Samen und Früchten, jedoch fressen sie auch Blüten, Knospen und Pilze. Auch Vogelnester werden nicht selten von ihnen geplündert. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf und fressen sich auch nur wenige Depots für die kalte Jahreszeit an. Stattdessen legen sie im Herbst Nahrungsvorräte an, von denen sie im Winter bei Nahrungsengpässen zehren können. Durch das Verstecken von Samen und Baumfrüchten tragen sie zur Verbreitung von Baum- und Straucharten bei.

Zumeist werden kleine Eichhörnchen zu TIERART gebracht nachdem der Kobel (= Nest des Eichhörnchens) zerstört wurde. Dies kann beispielsweise durch Fressfeinde wie Vögel oder Katzen passieren oder aber bei starkem Regen oder Sturm. Wenn die Mutter daraufhin die Kleinen nicht holt und an eine andere Stelle transportiert, sind die Jungtiere auf menschliche Hilfe angewiesen. In solchen Fällen landen dann direkt komplette Würfe bei TIERART und halten unsere Tierpfleger Tag und Nacht auf Trab…

So zum Beispiel in diesem Fall aus dem Frühjahr 2018:

Der Eichhörnchenkobel, welcher sich im Garten eines Wohnhauses bei Zweibrücken befand, wurde komplett von einem Eichelhäher zerstört. Vermutlich hat dieser auch Jungtiere gefressen bevor er von den Hausbewohnern vertrieben werden konnte. Diese fanden 5 blinde und nackte Babys auf der Terrasse, welche sie vorsichtig an eine erhöhte Position nahe des zerstörten Nestes zurücksetzten. Die aufgeregte Mutter befand sich zwar noch in der Nähe, holte aber leider auch nach 3 Stunden die Jungen nicht wieder ab. Aufgrund der Kälte entschied man sich, die Kleinen ins Haus zu holen. Am darauffolgenden Morgen wurden wir informiert und holten die Eichhörnchen direkt ab. Glücklicherweise waren sie über Nacht perfekt mit Wärme und Elektrolytlösung versorgt worden. Die noch nackten Babys waren erst etwa 7 Tage alt, wogen im Schnitt 32 g und wurden zunächst rund um die Uhr etwa stündlich gefüttert.

Igel

Das typische Stachelkleid macht den Igel unverwechelbar und dient in erste Linie der Verteidigung gegen Fressfeinde wie Dachs, Marder, Fuchs und Uhu.

Die Eingriffe des Menschen in die Natur nehmen dem Igel zunehmend seine ursprünglichen Lebensräume. Intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen mit Monokulturen und fehlenden Heckenstreifen bieten ihm keinerlei Versteck- und Nistmöglichkeiten. Insektizide, chemische Düngemittel und Unkrautvernichter nehmen dem nachtaktiven Insektenfresser außerdem seine Nahrungsgrundlage und stellen eine Gefahr für seine Gesundheit dar. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich Igel immer häufiger in Siedlungsbereichen aufhalten. Parkanlagen, Friedhöfe und naturbelassene Gärten sind zu wichtigen Lebensräumen geworden. Hier finden Igel Unterschlupfmöglichkeiten in dichtem Gebüsch, unter alten Baumwurzeln, in Laub- und Komposthaufen oder in Hohlräumen unter Gartenhäusern.

Während der nahrungsarmen Wintermonate, etwa ab Oktober/November, halten Igel Winterschlaf. Herztätigkeit, Atmung und Körpertemperatur werden dabei stark reduziert. Fettpolster, die sich die Tiere bis zum Herbst angefressen haben, dienen als Energiereserven. Jungigel und durch Parasiten oder Krankheiten geschwächte Tiere haben häufig keine Chance, rechtzeitig das überlebensnotwendige Winterschlafgewicht von mindestens 500g zu erreichen. Solche Tiere können den Winter ohne menschliche Hilfe nicht überstehen und gehören in fachkundige Hände.

Auch bei TIERART überwintern jedes Jahr viele Igel, um im Frühjahr gesund, munter und kugelrund wieder zurück in die Freiheit entlassen zu werden.

Feldhasen

Die Felhasenbestände sind durch menschliche Einwirkung stark zurückgegangen und die Art gilt als bedroht. In erster Linie liegt dies am Schwinden geeigneter Lebensräume durch die Intensivierung der Landwirtschaft und immer mehr Monokulturen.

Der scheue Feldhase ist nachtaktiv und lebt außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger. Er ist ein reiner Pflanzenfresser und benötigt täglich bis zu 1.400 g Nahrung bestehend aus Grünpflanzen, Samen und Rinde. 

Die typische hoppelnde Fortbewegung des Hasen beruht auf der extremen Länge seiner Hinterläufe. Die kräftigen und gut bemuskelten Hinterläufe ermöglichen dem Feldhasen Sprünge von bis zu 3 Metern Weite und 2 Metern Höhe. Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h. Um Feinde zu verwirren, legt er dabei abrupte Richtungswechsel hin. Dies bezeichnet man als "Haken schlagen". 

Ab März beginnt die Setzzeit. Feldhasen sind so genannte Nestflüchter, das heißt, ihre Jungtiere kommen behaart und sehend zur Welt. Die Mutter legt den Nachwuchs alleine auf einer Wiese oder einem Feld ab und kommt mehrmals pro Tag zum Säugen. Um keine Aufmerksamkeit auf das Junge zu lenken, entfernt sie sich dann rasch wieder. 

Leider werden bei TIERART jedes Jahr unzählige junge Feldhasen abgegeben, die von Spaziergängern grundlos "eingesammelt" wurden und eigentlich gar keine Hilfe benötigt hätten. Viele Leute greifen vorschnell ein, da sie davon ausgehen, dass ein alleine aufgefundenes Wildtierbaby von seiner Mutter verlassen wurde und nicht mehr versorgt wird. 

Die Feldhasen-Aufzucht ist sehr schwierig, insbesondere dann, wenn es sich um sehr junge Tiere handelt, die nur über einen kurzen Zeitraum mit der für die Immunabwehr dringend benötigten Muttermilch versorgt wurden.

Unser Ziel ist es, heimische Wildtiere wieder in die Wildnis zu entlassen – daran setzen wir alles bei der täglichen Tierpflege!

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