
Am 29. März ist Zeitumstellung: Die Gefahr von Wildunfällen steigt
VIER PFOTEN gibt Tipps zur Sicherheit im Straßenverkehr für Mensch und Tier
Hamburg, 23. März 2026 – Achtung Wildwechsel! Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN warnt vor einem erhöhten Unfallrisiko durch die Zeitumstellung in der Nacht vom 28. Auf den 29. März. Mit der Umstellung auf Sommerzeit fallen die morgendlichen Hauptverkehrszeiten wieder in die Dämmerungsphase – genau dann, wenn viele Wildtiere unterwegs sind. Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin in der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN, erklärt, worauf Verkehrsteilnehmer:innen in dieser Zeit besonders achten sollten, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen.
Achtung Wildwechsel!
Besondere Gefahrenzonen sind Wälder, Feldwege und abgelegene Landstraßen. Wer ein reflektierendes Augenpaar am Straßenrand sieht, sollte sofort bremsen, hupen und abblenden. „Ein Wildtier, das vom Scheinwerferlicht geblendet wird, erstarrt oft und bewegt sich nicht mehr“, sagt die Biologin Eva Lindenschmidt. „Rehe und Wildschweine sind selten allein unterwegs. Wenn ein Tier die Straße kreuzt, sollte man einen Moment warten, bevor man weiterfährt, denn meist folgen noch weitere Tiere.“
Risikofaktor Frühling
Mit der Zeitumstellung beginnt auch der Frühling – eine Zeit, in der es in der Natur besonders lebhaft zugeht. Winterschläfer wie Igel erwachen aus dem Winterschlaf, Feldhasen paaren sich und die ersten Frischlinge sind schon unterwegs. „Die Brut- und Setzzeit hat begonnen, und Wildtiere sind oft abgelenkt. Ein zu schnelles Fahrzeug kann sie binnen Sekunden tödlich verletzen und Jungtiere zu Waisen machen. Auch das eigene Leben kann bei einem Unfall in Gefahr geraten“, warnt Lindenschmidt. „Wir bitten daher alle Verkehrsteilnehmer:innen im Namen der Wildtiere und ihrer eigenen Sicherheit, den Fuß vom Gas zu nehmen und besonders vorsichtig zu fahren.“
Unfälle lassen sich vermeiden.
Kommt es dennoch zu einem Unfall und ein Wildtier wird angefahren, sollte man Ruhe bewahren und die Unfallstätte sorgsam absichern. „Wildunfälle sollten in jedem Fall unverzüglich bei der Polizei gemeldet werden, die in der Regel auch die zuständige jagdberechtigte Person informiert. Zum einen besteht durch ein verletztes oder totes Tier auf der Fahrbahn die Gefahr weiterer Unfälle, zum anderen kann nur durch die Meldung sichergestellt werden, dass das verunfallte Tier schnellstmöglich adäquate Hilfe erhält. Schwerstverletzte Tiere müssen gegebenenfalls erlöst werden, bei leichter verletzten Tieren können unter Umständen örtliche Wildtierstationen helfen“, rät die Wildtierexpertin. „Auch wenn ein Tier nach dem Unfall unverletzt scheint und flüchtet, sollte der Vorfall gemeldet werden. Innere Verletzungen, schwere Kopfverletzungen oder Knochenbrüche sind dennoch möglich und verursachen unnötiges Leid, wenn die Tiere nicht zeitnah gefunden werden.“
Weitere Informationen über den Einsatz von VIER PFOTEN für Wildtiere finden Sie hier.
VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not. www.vier-pfoten.de