Löwe Erion in illegaler Haltung in Albanien

Löwe Erion

gerettet aus illegaler Privathaltung in Albanien

Löwe Erion verbrachte sie ersten drei Jahre seines Lebens in einem verwahrlosten Gehege in privater Haltung in Nordalbanien. Auf dem selben Anwesen lebte in einem weiteren Gehege eine junge Braunbärin. Die 2-jährige Bärin Flora wurde ebenfalls unter völlig unzureichenden Bedingungen gehalten. Nachdem die Behörden die Tiere aufgrund der nicht artgemäßen Haltungsbedingungen beschlagnahmt hatten, arbeitete VIER PFOTEN unermüdlich daran, die beiden zu retten.

Reise quer durch Europa

Am 09. Dezember 2025 war es endlich soweit und das Rettungsteam bereitete beide Tiere für ihre Reise in ein neues Leben vor. Ohne Komplikationen konnten Löwe Erion und Bärin Flora sediert und sicher in ihre Transportboxen verladen werden.

Auf ihrer gesamten Reise wurden die Tiere per Kamera überwacht und während regelmäßiger Stopps mit Futter und Wasser versorgt. 

Während Braunbärin Flora in ihr neues Zuhause im BÄRENWALD Müritz gebracht wurde, ging für Löwe Erion die Reise in die Südwestpfalz zu TIERART.

Die Fahrt von Albanien nach Maßweiler dauerte vier Tage und führte auf einer Strecke von rund 2.000 km durch 7 Länder. In den frühen Morgenstunden des 13. Dezember kam das Team mit Erion erschöpft, aber wohlbehalten bei TIERART an. 

Trotz der Strapazen der langen Fahrt, der ungewohnten Umgebung in der Transportkiste und der fremden Geräusche, Gerüche und Menschen um ihn herum, blieb der Löwe während der gesamten Reise ruhig, entspannt und ausgeglichen.

Erste Schritte in ein neues Leben

Nachdem Erion seine Transportkiste verlassen hatte, erkundete er vorsichtig das Innengehege, in dem er die ersten Tage zur Eingewöhnung verbringen sollte. Seine erste Schritte im neuen Zuhause waren noch sehr unsicher - schließlich hatte der junge Löwe bis dato weder ein kuscheliges, mit Stroh gepolstertes Bett, noch eine Liegeplattform aus Holz oder eine automatische Frischwassertränke kennengelernt. 

Doch bereits nach wenigen Minuten ging Erion mutig und freundlich auf die Tierpfleger zu, die ihm ruhig zuredeten und zur Begrüßung mit bestem Futter am Gitter des Geheges warteten. Nach einem ausgiebigen Frühstück gönnten wir ihm zunächst einmal ausreichend Ruhe und Zeit, um sich von der langen Fahrt zu erholen und die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Das Strohbett jedoch mied Erion zunächst konsequent und es dauerte mehrere Tage, bevor er entdeckte, dass es sich darin herrlich gemütlich schlafen lässt. 

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase durfte Erion erstmals die weitläufige Außenanlage erkunden. Felsformationen, Baumstämme, erhöhte Plattformen und natürliche Vegetation – all diese Dinge hatte der Löwe in seinem bisherigen Zuhause nicht kennenlernen dürfen, so dass ihm die Unsicherheit und Aufregung deutlich anzumerken waren. Die Anwesenheit seiner Pfleger, zu denen er bereits zu diesem Zeitpunkt viel Vertrauen gefasst hatte, beruhigte ihn jedoch ganz schnell und er erkundete neugierig die Umgebung.

Löwe Erions erstaunliche Entwicklung

Bereits wenige Wochen nach seiner Ankunft war Erion kaum wiederzuerkennen: der anfangs sehr schüchterne und unsichere Löwe, der bei seiner Ankunft unterernährt und ausgemergelt wirkte und darüber hinaus seine komplette Mähne verloren hatte, hatte innerhalb kürzester Zeit bei TIERART sichtbar an Gewicht und Muskulatur zugelegt, zeigte sich verspielt und selbstbewusst und hatte Freude daran, neue Dinge zu entdecken. Auch seine Mähne begann wieder zu wachsen und etwa 6 Wochen nach seiner Ankunft konnte man erstmals das imposante Rufen des jungen Löwen über das Gelände hinweg bis nach Maßweiler hören.

Löwe Erion Ende Januar 2026

Die Rettung von Löwe Erion & Bärin Flora

Was als Löwenrettung begann, entwickelte sich auch zu einer abenteuerlichen Reise in ein neues Leben für eine junge Bärin! Von Privathaltung in Albanien zu Schutz­zentren in Deutschland – das ist die Geschichte der Bärin Flora und des Löwen Erion … und der VIER PFOTEN Kolleg:innen, die sie in Sicherheit brachten.

Trauriger Abschied

Am 28. März 2026 sollte Löwe Erion erstmals umfassend medizinisch untersucht werden.

Leider kam es kurz nach der Einleitung der Narkose plötzlich zu einem Atem- und Herzstillstand. Trotz des unmittelbaren und intensiven Einsatzes des sechsköpfigen erfahrenen Tierärzteteams unter der Leitung zweier spezialisierter Wildtierärztinnen konnte Erion leider nicht stabilisiert werden und alle Notfallmaßnahmen blieben ohne Erfolg.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genaue Ursache noch unklar. Es gab keine offensichtlichen Komplikationen während der Narkoseeinleitung und wir müssen daher davon ausgehen, dass eine bisher unerkannte Grunderkrankung zu diesem tragischen Verlust geführt hat. Noch vor Ort wurden erste Untersuchungen durchgeführt, die Hinweise auf krankhafte Veränderungen im Bereich des Schädels und der Halswirbelsäule, sowie beider Nieren gegeben haben. Eine umfassende pathologische Untersuchung soll zeitnah detailliertere Erkenntnisse liefern.

Wir sind tief erschüttert und unendlich traurig über diesen Verlust. Löwe Erion hatte noch sein ganzes Leben vor sich – ein Leben, das nach seiner Rettung aus einem verwahrlosten und tristen Gehege endlich in Sicherheit und unter liebevoller Fürsorge hätte stattfinden sollen. Während der kurzen Zeit bei TIERART blühte Erion regelrecht auf und die äußerlichen Spuren seines vorherigen Lebens verschwanden zusehends. Dennoch ist uns stets bewusst, dass Tiere, die in nicht artgemäßer Haltung aufgewachsen sind, in den meisten Fällen gesundheitlichen Schaden genommen haben, der sich erst im Rahmen einer gründlichen Untersuchung zeigt und äußerlich nicht unmittelbar zu erkennen ist.

Unser gesamtes Team hatte Erion mit seiner einzigartigen Persönlichkeit, seiner fröhlichen Art und seinem vertrauensvollen Wesen vom ersten Moment an ins Herz geschlossen und wir werden Zeit brauchen, um diesen Verlust zu verarbeiten. 

 

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