Hector das mutige Schäfchen Drucken

Der kleine Schafbock Hector ist am 4.10.14 in Bischofsheim in der Nähe der Autobahn entdeckt worden.

Er war auf dem Weg zum Schächten geflüchtet. Hector kommt ursprünglich aus Bayern, lebte dann  im Vogelsbergkreis und kam am Ende zu einem Schafschlachter in der Gegend, von wo er zum Schächten verkauft wurde!
Der kleine wehrhafte Schafbock ist dann von dort tatsächlich getürmt und entkam so gerade noch dem Tod, der für ihn als "Schlachtvieh" nun einmal vorgesehen war!

Die Polizei rief im Tierheim Rüsselsheim an und bat um Hilfe. 2 Mitarbeiter fuhren zur Autobahn und versuchten, den Kleinen - sie nannten ihn Hector - einzufangen. Hector war nach seiner Flucht so verstört, dass man sich ihm kaum annähern konnte. Er bewegte sich ständig entlang der Autobahn und die anwesende Polizei war angewiesen, ihn bei Gefährdung von Menschenleben, sprich, wenn Hector auf die Autobahn gerannt wäre, zu erschießen. Uta Myers bewachte nun den kleinen Mann und war sich mit der Polizei einig, dass alle Möglichkeiten ausgenutzt werden sollten, damit Hector am Leben bleiben durfte.

So kam die Fasanerie aus Groß-Gerau ins Spiel, dort gibt es ein Betäubungsgewehr. Der Leiter der Fasanerie hat Hector dann betäubt und ihn mit zu sich in die Fasanerie genommen. Nachdem Hector nun so mannhaft um sein Leben gekämpft hatte, wurde beschlossen, für Hector einen Platz zu finden, wo er für immer leben darf. Seit vielen Jahren besteht ein freundschaftlicher Kontakt zwischen dem Tierheim Rüsselheim und unserem Verein TIERART e.V. Bei uns gibt es eine wunderbare Schafhalle mit herrlichen Weiden. Frau Bour, die Vorsitzende unseres Vereins wurde gefragt und stimmte sofort zu, dass Hector nach Maßweiler in die Herde ziehen darf!

Das braune Schaf mit den Schlappohren ist Hector.

Die Polizei hatte mittlerweile durch Hectors Schlachtmarke den Schafschlachter als offiziellen Halter ermittelt und bedauerlicherweise hatte der Leiter der Fasanerie ohne Rücksprache den kleinen Kerl bereits zurückgegeben. … und dies wurde erst spät abends durch eine E-Mail bekannt!
Die Retter waren allerdings nach wie vor wild entschlossen, Hector zu retten. Gleich am nächsten Morgen riefen sie den Schlachter an und, oh Glück, Hector war noch am Leben!! Sie erklärten dem Herrn die Situation, dass für Hector, der so um sein Leben gekämpft hatte, ein guter Platz gefunden sei und dass sie ihn gerne kaufen wollten! 

Der Schlachter war sehr freundlich und sagte zu, Hector zu verkaufen. Das Geld wurde von Mitarbeitern des Tierheims Rüsselsheim zusammengelegt, und für 150,- Euro war Hector nun frei! Er musste nur noch beim Schlachter abgeholt werden ... Also wurde der Tierheimbus mit Heu bestückt und die Fahrt zum Schlachthof angetreten. Dort angekommen, bot sich ein friedliches Bild: 10 Schafe fraßen da gemütlich und sahen auch gepflegt aus. Mittendrin Hector - er war viel kleiner, schmutzig und mit roter Farbe markiert. Er sah schlimm aus, aber stand stolz in der Reihe. Die Tiere beim Schlachter wissen ja nicht, was auf sie wartet, was irgendwie tröstlich ist, aber trotzdem sehr traurig.
Hector wurde in den Bus geladen und wusste offensichtlich, dass nun alles gut werden würde. Er spielte vergnügt mit dem für ihn hingelegten Salatkopf und schmiss die Äpfelchen umher. Alle waren so froh, dass sie ihn jetzt endlich gerettet hatten!

Die liebe Frau Siegl aus Rüsselsheim fuhr Hector nach Maßweiler auf unsere Station.
Aber der kleine Ausbrecherkönig war noch immer nicht zufrieden... Er stand nun in einem wunderbaren großen sauberen Stall (man hatte ihm extra 2 Schafböcke als Gesellschafter für die Nacht beigestellt) und sollte am Montagmorgen kastriert werden. Hector jedoch stemmte tatsächlich nachts die Stalltür auf und begab sich vergnügt auf die Weide zu der restlichen Herde.

Am Morgen musste der kleine Held dann wieder eingefangen werden...
Zwischenzeitlich ist Hector kastriert worden und genießt sein neues Leben inmitten unserer Schafherde.

Eine wunderbare Geschichte mit Happy End!