Füchsen Drucken

ROTFUCHS

 

Wenn der Fuchsbestand, laut Jäger, angeblich überhand nimmt, werden immer wieder Wurfbauten aufgegraben und die Welpen getötet.

Da es aber auch immer wieder vorkommt, daß nur das Muttertier, durch Jäger, Autos, wildernde Hunde usw., getötet wird, müssen diese verwaisten Welpen oder verletzten Füchse von Menschenhand aufgepäppelt werden.

Bei Tierart e.V. werden die Welpen in Gruppen von 3-5 Tieren (die altersmäßig zusammenpassen müssen, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden) aufgezogen. Die menschliche Zuwendung erfolgt, so lange die Füchse Flaschenkinder sind. Danach wird der enge Kontakt eingestellt, damit die Tiere nicht auf den Menschen geprägt bleiben und wieder scheu werden. Durch verschiedene Maßnahmen erfolgt die Vorbereitung auf die Auswilderung, die dann in geeigneten Gebieten erfolgt. Über einen Zeitraum von ca. 2 Monaten müssen die Tiere am künftigen Auswilderungsort gehalten und versorgt werden. Nach Freilassung wird dort Futter über einen Zeitraum von ca. 6-8 Wochen ausgelegt, damit sich die Tiere langsam an das Leben in Freiheit gewöhnen können und nicht unter Futtermangel leiden und hierdurch in Wohngebiete laufen.

 

JUGENDENTWICKLUNG

Bei der Geburt beträgt das Gewicht des Nesthockers etwa 90-120 g, die Körperlänge 100-150 mm, die Schwanzlänge 60-80 mm. Sie sind zahnlos, Augen und Ohren sind geschlossen. Das wollige Fell ist nussbraun bis schiefergrau mit weißem Brustfleck und weißer Schwanzspitze.

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Ein ca. 3 Wochen alter Fuchswelpe.

Die Augen öffnen sich mit etwa 14-16 Tagen, die Irisfarbe der Welpen ist blau. Mit etwa 18 Tagen brechen die ersten Milchzähne durch, die letzten erscheinen mit etwa 26 Tagen.

Mit 3 Wochen zeigt das Fell am Kopf einen braunen Schimmer, der übrige Körper bekommt eine fahle Farbe, sie können gehen und feste Nahrung aufnehmen. Das Gewicht beträgt nun etwa 0,4 kg.

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3 Wochen alte Fuchswelpen bei der 1. Fütterung nach dem Fund.

Die Füchse erscheinen im Alter von 4-5 Wochen vor dem Bau, die Ohren stellen sich auf. Mit 4-7 Wochen erfolgt die Entwöhnung. Mit drei Monaten begleiten sie die Mutter erstmals bei den Jagdausflügen und durchstreifen bald darauf das Revier selbständig. Erbeutet werden dabei hauptsächlich Mäuse. Mit 17 Wochen beginnt der Zahnwechsel.

 

FÄRBUNG: Das bei der Geburt schiefergraue Fell verändert sich im Verlauf von rund 90 Tagen über die Stufen graubraun (rund 30-55 Tage) und rötlichgelb (40-65 Tage) über rotgelb (60-85 Tage) zu rot.

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AUFZUCHT

Zur Ernährung noch kleiner Füchse eignet sich Welpi-Lac oder andere für Hundewelpen entwickelte Trockenmilch noch am besten.

Um Verdauungsstörungen vorzubeugen, kann statt Wasser auch Fencheltee verwendet werden.

Bei noch sehr kleinen Jungtieren hat sich auch Humana H (Heilnahrung) sehr bewährt und bedarf auch keinerlei Zusätze.

 

Ausreichend und frisches Wasser muss immer zur freien Verfügung stehen!

 

Ab der 3. Woche kann man auf feste Nahrung umstellen, die anfangs aus Nassfutter (für Katzenbabys) und püriertem Geflügel - so lange kochen bis sich das Fleisch vom Knochen löst (verhindert Durchfall) - besteht. Wenn das Futter von den Jungfüchsen gut vertragen wird, kommen eingefrorene Mäuse (im Zoofachhandel bekommt man eingefrorene Babymäuse bzw. Speckmäuse zu kaufen - diese müssen nicht zerkleinert werden), zerkleinerte Eintagsküken mit Knochen und Fell, Hühnerhälse, Pansen und Rindergulasch dazu.

Da Füchse auch sehr gerne Obst essen, muss den Welpen auch täglich frisches Obst (sehr gerne werden Trauben, Bananen und Äpfel, Hauptsache süß, angenommen) zur Verfügung stehen. Weiterhin sollte man jedem Fuchs 2 x in der Woche ein rohes Ei geben.

Je älter der Fuchs wird, umso vollständiger erhält er die Futtertiere, zur Ausbildung der Kaumuskulatur. Ein ausgewachsener Fuchs kann am Tag auf 10-14 Küken am Tag kommen (zzgl. weiterem Futter und Obst).

 

Da Fuchswelpen einen sehr starken sozialen Verband haben, muss unbedingt darauf geachtet werden, mehrere Füchse zusammenzuhalten, da sonst die Gefahr einer Fehlprägung besteht.

 

AUSWILDERUNG

 

Die Fuchswelpen müssen 2 Monate vor Auswilderung immer an dem Ort wo sie ausgewildert werden sollen gehalten werden. Sie kommen dann oft noch wochenlang freiwillig zurück, um Nahrung aufzunehmen.

 

Niemals an einem fremden Ort auswildern!!!